Montag, 31. März 2014

Es lebe der Sozialismus!

Bis zur Auflösung der Sowjetunion richtete sich die Wirtschaft an Zielvorgaben. Diese missachteten völlig die Gesetze des Marktes und die Bedürfnisse der Bevölkerung. Es war von vornherein klar, dass ein solches sozialistisches Prinzip zum Misserfolg verurteilt war. Die Wirtschaftsplanung war einer dafür zuständigen Regierungsstelle anvertraut, die für alle Bereiche die Jahresziele festlegte. Solche Ziele waren etwa vergleichbar mit der Vorgabe, die einem Jugendlichen vorschreiben, im nächsten Jahr 48 cm zu wachsen. Ein absurdes Beispiel zentralistischer Planung war die Zielsetzung an die öffentlichen Bibliotheken, die eine eidesstattliche Erklärung abgeben mussten, in den drei kommenden Jahren so viele Bücher über Lenin lesen zu lassen, wie nie zuvor. Wie hätte das verwirklicht werden sollen? Wir stellen uns den Bibliothekar vor, der von Tür zu Tür geht, den Leuten eine Biographie Lenins in die Hand drückt und zum Lesen einen Termin von zehn Tagen festlegt. Nach Ablauf dieser Zeit kam er wieder vorbei und kontrollierte durch gezielte Fragen, ob das Buch wirklich gelesen wurde. Es lebe der Sozialismus!

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