Donnerstag, 2. Januar 2014

Garantiezertifikat

Nach zuverlässigen Zeitungsberichten gibt es in Italien eine immer grössere Anzahl von Frauen, die durch chirurgische Eingriffe ihre geplatzten Jungfrauhäutchen durch neue ersetzen lassen. Obwohl die Damen dabei aus Gründen der Diskretion private Kliniker bevorzugen, nimmt die Anzahl der Gesuche auch in den öffentlichen Spitälern zu. (Vgl. Corriere del Ticino vom 12. April 2008) Kommentar: der berüchtigte Brauch der Sizilianer, nach der Hochzeitsnacht ein blutbeflecktes Leintuch auf den Balkon zu hängen, hatte zwei mögliche Bedeutungen: entweder rührte das Blut von der Entjungferung her, oder vom Mord an der Braut, die eben keine Jungfrau mehr war. Eigentlich ist es von der Natur ziemlich parteiisch, dass sie nur die Frau mit diesem Meldesystem für Unversehrtheit ausgestattet hatte. So etwas wie ein Jungmannsstäbchen für Männer wäre zweifelsohne nützlich und sehr aufschlussreich gewesen. Wie so etwas aussehen müsste? Vorschläge und Anregungen werden gerne entgegengenommen.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Paradiesisch

Auf der Wunschliste menschlicher Psyche steht das Glück. Philosophen, Ideologen, Theologen, Diktatoren, Politiker und sonstige Gaukler haben die Menschen stets mit dem Versprechen gefüttert, ihnen das Glück zu schenken. Die Dreisten stellten in Aussicht, dies auf Erden zu tun, die vorsichtigeren Schwindler bieten es im Jenseits an. Die Ersten müssen wir nicht widerlegen, sie tun das selbst. Die zweite Kategorie ist schwerer zu fassen, denn niemand konnte berichten, wie es nach dem Tode aussieht. Da ist der Phantasie freier Ausgang gewährt, und weil doch oft der Wunsch Vater des Gedankens ist, neigt der Mensch dazu, um der Hoffnung nach Glück willen, an Unsinn zu glauben, selbst wenn er nur eine Fata Morgana ist. Da die Zeitlichkeit des Menschen Los ist, kann er auch im Paradies nur in die Zeit eingebunden sein. „Zeitlos“ würden wir sinnlich nicht wahrnehmen können, wir wären um den Lohn auf immer betrogen. Die Verheissung ist nämlich nicht, in einem anderen Zustand zu leben, die Auferstehung ist mit dem Körper und den Sinnen geplant, schon deshalb, weil dadurch die Verdammten ewig brennen und leiden können. Die Zeit läuft aber, zumindest für den Menschen, nur in eine Richtung. Es wird aber spannend sein zu erleben, wie die „ewige“ Zeit aussehen wird. Woody Allen spöttelt mit schelmischem Augenzwinkern: die Ewigkeit ist sehr lang, besonders gegen das Ende. Wird Ewigkeit in Stunden gemessen? In Minuten, Sekunden, Jahren? Statt Geburtstage werden dann die Menschen ihren Auferstehungstag feiern. Wie sieht ein hundert Millionen alter Mensch aus? Bekanntlich verbraucht der Körper selbst im Ruhezustand Kalorien. Also muss der Mensch auch im Paradies mit Energie versorgt werden, wie auf Erden. Ernährung und Stoffwechsel sind also auch im Jenseits nötig. Wer reinigt die Toiletten im Paradies? Die Engel? Wer schneidet mir die Haare? Coiffeurengel? Theologen haben auch darüber gerätselt, ob wir als Bébé, als junge Menschen, oder, da wir in der Ewigkeit ohnehin uralt werden, als Greise auferstehen. Mit oder ohne unseren Gebrechen? Wie wird unser Gehirn ausgestattet? Kommen da die vielen Gehirnzellen mit, die während des Lebens vom Alkohol vernichtet wurden? Oder werden zur Strafe der Säufer diese Zellen nicht ersetzt? Andere Theologen hatten sich dagegen gewehrt, die Frauen ins Paradies einziehen zu lassen. Sie sollen doch freundlicherweise vorher paradieskonform werden und sich von Gott in Männer umwandeln lassen, damit sie das Bürgerrecht für das Land der Seligkeit erlangen. Unendlich viele Fragen bedrängen uns, wir würden uns gerne auf das Paradies vorbereiten, doch die Konturen der Verheissung sind verschwommen, es ist nicht klar, wie es sein wird, im ewigen Leben. Die Seelsorger meinen, wichtig sei nur, daran fest zu glauben. Ihr werdet es schon sehen, wenn es so weit ist! Und wenn nicht, dann habt ihr eben Pech gehabt.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Eppur si muove

Die Fragen trafen nicht gleichzeitig ein, sondern vereinzelt, nach und nach. Wie viele? Keine Fanmassen, doch etwa ein Dutzend. Warum meine Beiträge auf der Blogseite ausblieben, wollten sie wissen. Zuerst war ich verwundert, dann verlegen. Sie kamen also doch an, bei einigen zumindest, diese Botschaften der hilflosen Auflehnung. Zwar wurden sie nicht zum Dialog, noch weniger zum Gespräch einer Tafelrunde, doch vielleicht zum scrupulus, zum kleinen Stein im Schuh, der stört, verärgert, einen reizenden Stich verursacht. Oder einfach ein wenig unterhält, ab und zu ein Lächeln auslöst. Und zu nichts verpflichtet. Nur wer Lust hat, liest sie. Wer sogar mehr Lust hat, kann sie auch kommentieren. Nun gut, die Erde hat mich, nein, sie wieder. Dank denen, die sie vermisst hatten. Danke denen, die sie vermisst hatten. Also ab morgen geht es wieder los. Und wer es mit mir gut meint, kann mich an Freund und Feind weiterempfehlen. www.gabor-laczko.blogspot.com www.gaborlaczko.com Allen wünsche ich ein glückliches 2014

Montag, 1. Juli 2013

Erziehung

Erziehung ist ein Geschenk. Auch Danaer machten Geschenke.

Dienstag, 25. Juni 2013

Pecunia ...

Geld vermag die Würde der Menschen zu rauben. Nicht nur jener, die es entbehren.

Dienstag, 11. Juni 2013

Aus Fehlern lernt man. Selbst Gott

Lieber Onkel Habakuk. Bitte grolle mir nicht, weil ich Dir so lange nicht geschrieben habe. Ich war auf einer langen Reise und kam erst kürzlich wieder nach Hause. Jetzt will ich Dir über meine Erlebnisse berichten. Letzthin konnte man in den Zeitungen lesen, die Astronomen hätten zwei entfernte Planeten entdeckt, auf denen die Bedingungen für die Entwicklung von Lebewesen denen auf der Erde gleichen würden. Sogar Menschen könnte es dort geben, hiess es. Was lag da näher auf der Hand, als dorthin zu reisen und die Sache zu überprüfen? Ich flog also los, musste mich aber beeilen, damit ich die grosse Distanz in vernünftiger Zeit hinterlegen konnte. Ein gescheiter Mensch namens Einstein hatte einmal ausgerechnet, die höchst mögliche Geschwindigkeit wäre jene des Lichtes, denn wer schneller flöge, würde in der Zeit rückwärtsgehen und jünger werden. Nun, ich flog also mit Lichtgeschwindigkeit und war nach einer langen, ermüdenden Reise an mein Ziel angekommen. Ich landete sanft an einer Meeresbucht und war von der Schönheit dieser Gegend überwältigt. Ein mildes Licht verzauberte die Welt, die in stillem Frieden lag. Ich zog los, um diese Landschaft zu erkunden. Nach einem Tagesmarsch gelangte ich in eine Oase. Wie war ich überrascht, als ich plötzlich menschliche Stimmen hörte! Etwas verängstigt näherte ich mich im Schutz der Gebüsche den Geräuschen. Schliesslich erblickte ich sie, die Bewohner dieses Planeten; sie waren Menschen wie wir hier auf Erden. Männer, Frauen und Kinder, alle jung und gesund und alle nackt. Sie plauderten, lachten und sonnten sich fröhlich. Sollte ich aus meinem Versteck hervorkommen? Als ich das erwog, sah ich plötzlich einen Tiger auf mich zukommen. Zu Tode erschreckt lief ich aus dem Gebüsch auf die Menschengruppe zu. Sie erblickten mich und liefen mir lachend entgegen. Ich befürchtete das schlimmste, doch wie war ich erleichtert, als ich merkte, dass sie mir nichts Böses antun wollten. Sie begrüssten mich herzlich und bewirteten mich fürstlich. Hinter dem kleinen Palmenhain erblickte ich eine unglaubliche Szene. Da war der Wolf zu Gast bei dem Lamme und der Panther lagerte beim Böcklein. Kalb und Jungleu weideten beieinander, und ein kleiner Knabe leitete sie. Kuh und Bärin waren befreundet, und ihre Jungen lagerten zusammen; der Löwe frass Stroh wie das Rind. Der Säugling spielte an dem Loch der Otter, und das kleine Kind streckte die Hand nach der Höhle der Natter aus. Nichts Böses und nichts Verderbliches tat man auf dem ganzen heiligen Ort. (Jesaja 11. 6-9) Meine Sorge verflüchtigte sich und im gleichen Masse erwachte meine Neugier. Wo bin ich hier? fragte ich meine Gastgeber. Im Paradies der Schöpfung, erklärten sie mir. Im Paradies? Ja wurdet ihr nicht vertrieben, wie wir auf der Erde? Warum sollten wir vertrieben werden? Uns wurde verboten, von der Frucht des Apfelbaumes zu essen. Habt ihr euch nicht daran gehalten? Nein, wir assen davon und wurden vertrieben und bestraft. Hat euch Gott nicht verboten, etwas zu essen? Doch, doch, aber wir hielten uns an seine Vorschrift. Und ihr habt nicht vom Apfel gegessen? Apfel? Nein. Uns hat er verboten, Disteln zu essen. Es grüsst Dich herzlich Dein Neffe Ibrahim

Montag, 3. Juni 2013

Wenn ich Gott wäre ...

... hätte ich selbstverständlich ein Regierungsprogramm. Und so sähe es aus: 1. Ich würde mich selbst aus den Köpfen aller Menschen spurlos und für immer verbannen. 2. Alle Heere der Welt würde ich auf die Militärkapelle reduzieren. 3. Ich würde die Politiker für jedes nicht erfüllte Wahlversprechen mit einem Liter Wasser und leichten Sandalen 40 km durch eine Sandwüste marschieren lassen. 4. Alle Pädophilen müssten sich auf meine Anordnung hin selbst kastrieren. 5. Alle Wahrsager wären verpflichtet, die ihnen durch 10 unbekannte Kollegen gestellten Horoskope widerspruchsfrei umzusetzen. 6. Alle Ehefrauen müssten zwei Wochen lang in der Haut ihrer Ehemännern leben. 7. Alle Ehemänner müssten zwei Wochen lang in der Haut ihrer Ehefrauen leben. 8. Alle Dickleibigen Menschen monatlich 50 Stunden für die dritte Welt gratis arbeiten lassen, bis sie sich auf das Normalgewicht abgespeckt hätten. 9. Ich würde mit würfelförmigen Bällen Fußball spielen lassen; ich kann den weisen Spruch der Kommentatoren nicht mehr hören: „der Ball ist rund“. 10. Und ich sähe, dass es gut war. Schließlich würde ich den Weltfrieden ausrufen.