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Sonntag, 16. Februar 2014
Ungerechte Welt
Eines der fruchtbarsten Betätigungsfelder der menschlichen Phantasie liegt im Erfinden der grausamsten Torturmethoden. Die zahllosen Bücher, Bilder, Erzählungen, Museen bringen uns das unermessliche Leid vor Augen, die der Starke dem Schwachen zugefügt hat. Hass, Rache, Machtgier, Intoleranz, Glaubensfanatismus und andere Schwachstellen menschlicher Psyche forderten ihren Tribut. Ich will hier nicht in sadistischer Lust auf die Einzelfälle eingehen, meine Feinfühligkeit erträgt so etwas nicht. Ich habe mit allen, die Folterungen erleiden müssen, grosses Bedauern. Oder mit fast allen. Wo sind die Grenzen meines Mitgefühls? Die Presse berichtet über die Klagen des norwegischen Mörders Anders Behring Breivik, der insgesamt 77 Menschenleben auf dem Gewissen hat und im Gefängnis einen Hungerstreik begann, weil er Tortur erleiden müsse. Diese Qual rühre von der niedrigen Lebensqualität wegen den Haftbedingungen her. Man möge seine Playstation 2 mit dem neueren Modell und seine zu simplen Videospiele mit deftigen ersetzen. Schliesslich würde er sich im Gefängnis "beispielhaft" aufführen. Welche Tortur! Wohlgemerkt, er wollte während der Gerichtsverhandlung unbedingt als zurechnungsfähig bewertet werden.
Donnerstag, 6. Februar 2014
Der gute Ruf der Kirche
Der Zentralpräsident der Vereinigung katholischer Juristen Italiens, ein gewisser Francesco D'Agostino hat in einem Radiointerview vom 6. Februar 2014 eine mentale Kontorsionsübung vollbracht. Er hat die UNO aufgefordert, gefälligst ihre Nase nicht in die inneren Angelegenheiten des Vatikans reinzustecken. Gemeint hat er damit, die Vertuschung der Pädophilie in der katholischen Kirche nicht zu kritisieren, schliesslich würde für den Vatikan das kanonische Recht gelten. Hört, hört! Wenn also ein irischer, amerikanischer, italienischer Wüstling sich an Kindern vergeht, so ist das also Sache des Vatikans, das Verbrechen unter den Teppich zu wischen. Schliesslich geht es um das Beichtgeheimnis, meint der gutgläubige Jurist. Welch unwürdige Einstellung! Erstens geht es nicht nur um die versteckten Fälle, die unter dem Beichtgeheimnis begraben werden, sondern auch um Vergehen, bei denen die Kirche mit den Tatsachen konfrontiert wurde und es vorzog, den Opfern monetäre Abgeltung zu gewähren, um die Namen der pädophilen Priester nicht preiszugeben. Und ausserhalb der Mauern des Vatikanstaates fallen diese Verbrechen alle unter die Gerichtsbarkeit der jeweiligen Länder, wo die Sauerei begangen wurde. Doch für diese Lakaien des anmassenden Aberglaubens ist alles unantastbar, was die widerliche Heuchelei der Kirchenfürsten stützt. Wir entrüsten uns, wenn wir hören, dass auf unseren Breitengraden fanatische Islamisten ihre Glaubensbrüder (und vor allem Glaubensschwestern) nach der Scharia richten wollen. Ausser dem so gescheiten D'Agostino anscheinend.
Dienstag, 28. Februar 2012
1>24
Mit dieser Ungleichung hätte ich in der Algebra keine genügende Note erhalten. Eins soll demnach grösser als vierundzwanzig sein. Dennoch scheint die Formel beweisbar zu sein. Zumindest in den Vereinigten Staaten. Frank Wuterich, der als Hauptverantwortlicher für ein Massaker im Irak vor Gericht stand, muss nicht ins Gefängnis. Er hat zwar eine Haftstrafe von neunzig Tagen (sic!) erhalten, doch weitere Konsequenzen muss dieser Mörder in den USA nicht befürchten. Am 19. November 2005 kommandierte Wuterich eine Gruppe von Marineinfanteristen ab, um in der Stadt Haditha während drei Stunden von Haus zu Haus zu ziehen und insgesamt 24 Personen zu töten, unter ihnen zehn Frauen und Kinder. Der Anageklagte gestand, befohlen zu haben, erst zu schießen und dann Fragen zu stellen.
Die Moral von der Geschicht‘: ein Amerikaner ist mehr wert als 24 Iraker. Wusste ich doch! Welch‘ wunderbare Nation, die USA! Mit Spitzengehirnen wie George W. Bush, Herman Cain, Rick Santorum und und und.
Die Moral von der Geschicht‘: ein Amerikaner ist mehr wert als 24 Iraker. Wusste ich doch! Welch‘ wunderbare Nation, die USA! Mit Spitzengehirnen wie George W. Bush, Herman Cain, Rick Santorum und und und.
Dienstag, 5. Juli 2011
Die Freude am Töten
Es ist bedenklich, dass sich eine Volksseele am blutrünstigen Vergnügen eines Stierkampfes erlaben kann. Doch irgendwann dringen die erleuchtenden Strahlen der Vernunft auch in die dunkelsten Verliesse menschlicher Triebhaftigkeit und so nahm die zivilisierte Welt mit Freude und Erleichterung zur Kenntnis, dass die katalanische Regierung die Corrida verbieten will. Doch oh, weh! Die Masse der Hohlköpfe, die jeweils in Ekstase Ohnmacht und Agonie der Tiere bejubelt, legt sich quer. An vielen Orten im Land regt sich Widerstand gegen das Verbot. Die Befürworter der Tierquälerei führen ins Feld, die Corrida stelle traditionelle Werte dar und müsse deshalb als Kulturgut geschützt werden.
Klar doch! Genauso könnten sie die Hexenverbrennungen in diese Kulturkategorie einreihen!
Klar doch! Genauso könnten sie die Hexenverbrennungen in diese Kulturkategorie einreihen!
Dienstag, 1. Juni 2010
IM SCHWEISSE DEINES ANGESCIHTS
Was war das nur für eine bunte Gesellschaft in der griechischen Mythologie! Große Götter, kleine Götter, schöne Frauen, kluge Frauen, hässliche Frauen, Halbgötter, Satyre, Rebellen, Feuerdiebe und vieles andere mehr. Und alle sorgten für Betrieb. Wie im Karneval tummelten sich die Bewohner der himmlischen Gefilde. Die Griechen hatten ihre Sympathien für die einen, ihre Abneigung gegen die anderen. Recht beliebt waren etwa ein Sohn des Zeus, Dionysos, wie auch sein alter Erzieher, der Satyr Silenos. Dieser hatte einen grotesken Körper doch er war ein Weiser. Als er eines Tages von Bauern gefesselt vor Midas, den König von Phrygien gebracht wurde, erkannte ihn dieser, ließ seine Fesseln lösen und behandelte ihn höflich. Silenos wollte ihn belohnen und versprach ihm, eine Bitte zu erfüllen. Midas zögerte nicht lange. „Alles, was ich berühre, soll zu Gold werden“, bat er den Satyr.
„Du sollst es haben.“
Bald schon musste Midas erkennen, dass sein Wunsch unheilvolle Folgen hatte. Er bat den Gott Dionysos, den Zauber rückgängig zu machen.
Jahrzehntelang genoss manch ein habgieriger Bankier die Fähigkeit, wie Midas, alles in Gold umzuwandeln. Dummerweise waren die Folgen auch in diesem Fall unheilvoll, jedoch nicht für die Bankiers, sondern für ihre Kunden. Die meisten meinten, das würde ewig so bleiben. Mögen auch die Handschellen, die man ihnen anlegen wird, auch zu Gold werden. Sie sollten weiterhin den Luxus genießen. Hauptsache ist, dass man sie ihnen anlegt.
„Du sollst es haben.“
Bald schon musste Midas erkennen, dass sein Wunsch unheilvolle Folgen hatte. Er bat den Gott Dionysos, den Zauber rückgängig zu machen.
Jahrzehntelang genoss manch ein habgieriger Bankier die Fähigkeit, wie Midas, alles in Gold umzuwandeln. Dummerweise waren die Folgen auch in diesem Fall unheilvoll, jedoch nicht für die Bankiers, sondern für ihre Kunden. Die meisten meinten, das würde ewig so bleiben. Mögen auch die Handschellen, die man ihnen anlegen wird, auch zu Gold werden. Sie sollten weiterhin den Luxus genießen. Hauptsache ist, dass man sie ihnen anlegt.
Dienstag, 18. Mai 2010
DIES IRAE DIES ILLAE
Endlich war es soweit! Das Brautpaar aus Bukarest rüstete sich zum schönsten Tag im Leben, zur Hochzeit. Das Brautkleid zehrte zwar an der Substanz der mageren Ersparnisse, das Hochzeitsessen zertrümmerte das Sparschwein, doch bekanntlich macht Geld allein nicht glücklich, denn das wahre Glück entspringt der Liebe: das stolze Lächeln des Bräutigams, die feuchten Augen der Braut zeugten von dieser Wahrheit, als sie die Kirche betraten. Dort wartete der Priester. Er lehnte sich lässig an den Altar und stützte einen Arm seitlich ab. Das Paar kam näher, der Bräutigam kniff die Augen zusammen, die Braut runzelte die Stirn. Eine mächtige Alkoholfahne wehte ihnen entgegen. Der wird doch nicht schon am Morgen getrunken haben, dachte der junge Mann. Wenn das nur gut geht!
Es ging nicht gut.
Der Priester wandte sich schwankend um und waltete seines Amtes. Doch statt des Trauungszeremoniells rezitierte er die Totenlitanei. Das Brautpaar erstarrte, der Messdiener zog am Gewand des Geistlichen, viele der Anwesenden räusperten sich. Der Gottesmann fuhr unbeirrt fort, seine Stimme für die ewige Ruhe der jungen Leute zu erheben. Plötzlich platzte dem Bräutigam der Kragen. Er begann den Priester zu verprügeln. Die Braut setzte nach und schlug mit verzerrten Gesichtszügen auf den Trunkenbold ein. (Neue Zürcher Zeitung, 18. Februar, 1995).
Bei der Taufe ihres Erstgeborenen wandten sie sich nicht mehr an diesen Diener des Herrn. Er hätte das Kind vielleicht nicht getauft, sondern beschnitten.
Es ging nicht gut.
Der Priester wandte sich schwankend um und waltete seines Amtes. Doch statt des Trauungszeremoniells rezitierte er die Totenlitanei. Das Brautpaar erstarrte, der Messdiener zog am Gewand des Geistlichen, viele der Anwesenden räusperten sich. Der Gottesmann fuhr unbeirrt fort, seine Stimme für die ewige Ruhe der jungen Leute zu erheben. Plötzlich platzte dem Bräutigam der Kragen. Er begann den Priester zu verprügeln. Die Braut setzte nach und schlug mit verzerrten Gesichtszügen auf den Trunkenbold ein. (Neue Zürcher Zeitung, 18. Februar, 1995).
Bei der Taufe ihres Erstgeborenen wandten sie sich nicht mehr an diesen Diener des Herrn. Er hätte das Kind vielleicht nicht getauft, sondern beschnitten.
Freitag, 7. Mai 2010
DU SOLLST NICHT STEHLEN!
Ein islamisches Gericht der Shabaab, einer der al Qaida nahestehenden Gruppe von Integralisten, hat einen Mann namens Abdikarin Adsullahi nach dem Gesetz der Sharia wegen Diebstahls verurteilt. In der Stadt Bakool im Süd-Westen Somaliens wurde ihm im Fußballstadion vor hunderten von begeisterten Zuschauern die rechte Hand amputiert. Der Verurteilte hatte Bargeld und Mobiltelefone im Wert von 550 $ gestohlen. (Internetportal Mareeg vom 7.5.2010)
Ich dachte spontan, man könnte diese Strafe auch in Europa einführen. Nach reiflicher Überlegung habe ich die Idee schließlich doch verworfen. Ich dachte mir: wie könnten sich dann die Politiker in Italien, in Griechenland und in einigen anderen Staaten Europas bekreuzigen?
Ich dachte spontan, man könnte diese Strafe auch in Europa einführen. Nach reiflicher Überlegung habe ich die Idee schließlich doch verworfen. Ich dachte mir: wie könnten sich dann die Politiker in Italien, in Griechenland und in einigen anderen Staaten Europas bekreuzigen?
Freitag, 23. April 2010
AUF UND AB
Rosa Luxemburg rief einmal prägend aus: Die Dividenden steigen, und die Proletarier fallen. Heute könnte man sagen: Die Boni steigen, und die Dividenden fallen.
Samstag, 10. April 2010
WENN PÄDOPHILIE SYSTEMKONFORM IST
Im Februar 2009 wollte der Gesetzgeber Jemens das Mindestalter für die Eheschließung auf 17 Jahre festlegen. Doch einige Politiker sträubten sich gegen dieses „unislamische“ Gesetz, fochten es an und wiesen es an den Verfassungsausschuss zurück. So konnte es kommen, dass ein 13-jähriges Mädchen mit einem zehn Jahre älteren Mann zwangsverheiratet wurde und vier Tage später an den Verletzungen seiner Genitalien gestorben ist. (Neue Zürcher Zeitung, 10. April 2010, S. 2).
Es muss wirklich schmerzhaft sein, in so jungen Jahren schon Witwer zu werden.
Es muss wirklich schmerzhaft sein, in so jungen Jahren schon Witwer zu werden.
Montag, 5. April 2010
ZERFALL UND HEUCHELEI
Die Heuchelei, Falschheit, ja Verlogenheit der katholischen Kurie geht aus den neuesten Äußerungen des Interpreten jener unglaublichen Anweisungen des Papstes hervor, die er vor kurzem gemacht hat. Keine Präservative, sondern Enthaltung. Die alte, aufgewärmte Suppe, die seit Hieronymus, Augustin, Kasuistik und Ratzinger den Gläubigen aufgetischt wird, heißt: Sex ist vom Teufel. Aber, der Teufel sorgt mit diesem Laster zumindest dafür, dass kleine Christen geboren werden. Doch damit soll es getan sein! Der heilige Augustin, der nach fröhlichem Sexleben, das ihm sogar einen Sohn Dadeodatus – von Gott gegeben- besorgt hatte, meinte beim Nachlassen der Manneskraft, die Fortpflanzung sollte nach alter Sämannsart mit der Hand besorgt werden. Der Papst meint dies, ohne einen Sohn gezeugt zu haben – zumindest nehme ich das an. Man hat Leute in Den Haag wegen Völkermord vor Gericht gestellt. Das Verbot der Benützung von Präservativen in der dritten Welt gehört auch in diese Kategorie. Millionen werden von Hungernden gezeugt, um ihrerseits ihre Kinder verhungern zu lassen. Geschieht euch recht, meint der Papst, ihr solltet nicht bumsen! Doch was hat der kasuistische Sprecher des alten Gegners von Verhütungsmittel gesagt? Der heilige Vater meine, man solle die Präservative nicht benützen, denn die armen Leute können sich die Kondome nicht leisten, würden also gebrauchte Gummis wieder verwenden und gäben dadurch Anlass zur Ansteckung. Kann so ein Sprecher, so ein Papst, so eine Kirche ernst genommen werden? Wäre dies wirklich die Sorge von Herrn Ratzinger, so könnte er doch die nicht so kostspielige Kondome aus den reichlichen Mitteln des Vatikans zur Verfügung stellen. Doch es geht den alten Herren nicht darum, unerwünschten Kinder, die eh zum Verhungern verurteilt sind, den Eintritt in diese Welt zu wehren, nicht darum, tödliche Krankheiten zu vermeiden, sondern darum, ihre inkompetenten Ansichten über das Sexualleben des Menschen zu verteidigen. Tröstlich ist nur, dass sie dabei nicht von allzu vielen ernst genommen werden.
Ekelerregend ist es auf der anderen Seite, dass die pädophilen Machenschaften in der Kirche während Jahrzehnten unter den Teppich gewischt wurden. Und heute empört sich die Eunuchenmannschaft, wenn dies dem Chef zum Vorwurf gemacht wird. Es lebe die Heuchelei!
Ekelerregend ist es auf der anderen Seite, dass die pädophilen Machenschaften in der Kirche während Jahrzehnten unter den Teppich gewischt wurden. Und heute empört sich die Eunuchenmannschaft, wenn dies dem Chef zum Vorwurf gemacht wird. Es lebe die Heuchelei!
Samstag, 20. März 2010
EIN NETTER KERL
Man hat heute für alle Verfehlungen Verständnis. Für randalierende Jugendliche, denn sie sind „die Armen“, für verbrecherische Asylbewerber, denn sie sind „die Verfolgten“, für pädophile Priester, denn sie sind „die Frustrierten“, für mörderische Kampfhunde, denn sie sind „ja nur Tiere“, für Amokläufer, denn „sie wissen nicht, was sie tun“. So liegt es auf der Hand, dass auch Schläger ihre Verteidiger finden. Ein spanischer Richter hat nämlich einen Schläger freigesprochen, der seinen Vorgesetzten verprügelte. Daraufhin wurde ihm vom Chef gekündigt. Der arme Untergebene klagte und der Richter fand, dass seine Tat „nicht schwerwiegend genug ist, um ein Motiv für die Entlassung darzustellen.“ (Corriere del Ticiono, 17. März, 2010)
Ich wünsche diesem Richter, dass er von einem Assessor richtig durchgeprügelt wird, damit er sein Einfühlungsvermögen an sich selbst unter Beweis stellen kann.
Ich wünsche diesem Richter, dass er von einem Assessor richtig durchgeprügelt wird, damit er sein Einfühlungsvermögen an sich selbst unter Beweis stellen kann.
Samstag, 20. Februar 2010
DER FLUCH DER SCHÖNHEIT
Viele Menschen träumen davon, schön zu sein, so schön wie beliebte Filmschauspieler oder Fotomodelle. Einige geben dabei vieL, andere sogar sehr viel Geld aus, um schöner zu erscheinen. Der Wunsch nach Schönheit hatte zwar schon vor Jahrtausenden Techniken erfunden, das Äußere zurechzuhobeln, aber noch nie war die Schönheitsfabrik so produktiv wie heutzutage. Doch was dann, wenn die Schönheit zur Bürde wird? Als „zu schön“ für die Einreise nach Israel hat die Polizei des Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv eine russische Jüdin befunden und sie umgehend in ihr Heimatland zurückgeschickt. Die Frau erklärte, sie wolle nur ihren Onkel besuchen, doch sie konnte bei der Polizei keine Gnade erlangen. Selbst ihre in der Ankunftshalle wartende Familie durfte die Medizinstudentin nicht sprechen, bevor sie in ein Flugzeug nach Moskau steigen musste. (Neue Zürcher Zeitung, 29. Juli 1997)
Frage: verlangt die Staatsräson, dass eine Frau, um nach Israel einreisen zu dürfen, aussehen muss wie Golda Mair?
Frage: verlangt die Staatsräson, dass eine Frau, um nach Israel einreisen zu dürfen, aussehen muss wie Golda Mair?
Mittwoch, 17. Februar 2010
DAS TUT ECHT WEH, IHR GESETZGEBER
Im Leben hat jeder viele Prüfungen zu bestehen. Denn schließlich ist der Alltag voller Tücken, die nur durch gründliche Vorbereitung zu bewältigen sind. Da ist zuerst die Schule, dann die Religion, die als Krönung des Unterrichts ein Examen abverlangen. Dann geht es weiter. Will man sich im Verkehr bewähren, so legt einer die Fahrprüfung ab; will sich einer einbürgern, so muss er seine Integration vor einer Kommission beweisen, möchte jemand einen Hund halten, so legen er und der Hund ein Examen ab. Da sollte man meinen, für die schwierigste Aufgabe im Leben wäre auch eine Prüfung vorgesehen, nämlich für die Kindererziehung. Nein, da wird jeder seinem natürlichen Talent überlassen. Wer erinnert sich nicht an die Diskussion über die antiautoritäre Erziehung, wo Befürworter und Gegner mit beinahe sektiererischem Eifer ihre Überzeugungen vortrugen. Die sich im Wildgehege der Zwanglosigkeit frei bewegenden Kinder terrorisierten Eltern, Nachbarn, Lehrer und Fürsorger und wurden in den meisten Fällen zu exemplarischen Egoisten. Andere riefen nach Strenge und Ordnung, wieder andere nach nichts. Mein Psychologieprofessor an der Universität versuchte ein Gleichgewicht zu predigen, das ich vor mehr als vierzig Jahren in meinem ersten Artikel in einer Zeitschrift, „Eltern“ hieß sie, über das Problem, ob Kinder Äpfel stehlen dürfen, der Weltöffentlichkeit zu Bewusstsein bringen suchte. „Ja“ bedeutete Freiheit, „nein“, Ordnung, mit meiner persönlichen Tendenz zur Ordnung. Die Kontroverse ist noch nicht ausgestanden. Als erstes deutsches Bundesland räumt Berlin dem Lärm von Kindern per Gesetz ausdrücklich Schutz ein und weist verärgerte Nachbarn damit in die Schranken. Von Kindern verursachte Geräusche seien künftig auch juristisch als sozial adäquat und damit zumutbar zu beurteilen. Die Nachbarn sollen also ruhig sein, wenn Kinder ihnen bei der Arbeit, beim Lesen, Musikhören oder einfach beim Mittagsschlaf die Nerven strapazieren. (Vgl. Neue Zürcher Zeitung, 7. Februar 2010, S. 5). Natürlich brauchen die Kinder nicht zum sozialen Verhalten erzogen zu werden, natürlich müssen die Eltern kein Examen ablegen, wie man diese Gören in die Schranken weist. Auch im anderen Extremfall nicht: in Kambodscha erboste sich eine Mutter über ihre dreizehnjährige Tochter, die während eines Festes in eine nahe gelegene Pagode entwischte. Diesem Treiben musste Einhalt geboten werden, fand die Erzieherin und nagelte, um weitere Ausgänge zu verhindern, den rechten Fuß der Tochter kurzerhand an den Boden. (Vgl. Corriere del Ticino, 28 November 2002, S. 60). Müsste nach der Berliner-Justiz das Geschrei der leidenden Tochter auch in den „zumutbaren“ Rahmen fallen?
Freitag, 12. Februar 2010
DAS TUT ECHT WEH, IHR FRAUENVERHÜLLER
Das Tagesblatt Gulf News berichtet von einem arabischen Botschafter, der in Dubai die hehre Absicht hatte zu heiraten. Eine alltägliche und recht gewöhnliche Sache, würde man meinen. Doch nicht so, wenn der Bräutigam seiner Auserwählten noch nie ins Gesicht blicken konnte, weil diese Burka-Trägerin ist. Erwartungsvoll stand der zukünftige Ehemann nach dem Jawort da, bereit sich zu verlieben, als die Braut den Niqab, die Kopfverhüllung des Ganzkörperschleiers lüftete. „Oh, my God“ mochte er ausrufen, was auf arabisch etwa wie „marhalla Allaha“ tönen konnte. Was er da sah war eine arg schielende, hässliche Braut mit stark ausgeprägtem Gesichtshaar. Der Bräutigam wandte sich an das Gericht, ersuchte um Annulierung des Eheversprechens und verlangte für die erlittenen moralischen Schäden Entschädigung.
Die Moral von der Geschicht,
kauf die Katze im Sack nicht.
Die Moral von der Geschicht,
kauf die Katze im Sack nicht.
Sonntag, 31. Januar 2010
DAS IST DOCH EINE LÖSUNG
Wie einfach es wäre, das ewige Leben zu erlangen, beweist ein Dekret des Bürgermeisters von Le Lavandou. Da das Verwaltungsgericht von Nizza den Bau eines neuen Friedhofes in diesem südfranzösischen Dorf untersagt hatte, erließ der Bürgermeister kurzerhand eine Verordnung, die es den Bewohnern seiner Gemeinde untersagte zu sterben. Der Friedhof sei überfüllt, die Toten können nicht mehr bestattet werden. (Vgl. NZZ, 23/24 September 2000). Angeblich haben aber einige aufrührerische Bürger durch zivilen Ungehorsam die Verordnung der Behörden missachtet und haben trotz Verbots das Zeitliche gesegnet. Zur großen Erleichterung des Teufels. Und der Theologen.
Donnerstag, 28. Januar 2010
HURRA, WIR LIEBEN UNS!
Es gab ein Liebespärchen in Siena. Er, 50 jährig, angesehner Bankangestellter, sie, halb so jung, seine Sekretärin, mit einer Schwäche für angesehene Bankangestellte. Er, beherrscht von der Sehnsucht, ein Held zu sein, sie, bemüht, ihm neben anderem auch diesen Wunsch zu erfüllen. So lässt sie sich in der Rolle des hilflosen Opfers die Augen verbinden und an das Bettgestell fesseln. Nackt natürlich. Er, der Retter, legt sich das Mäntelchen von Batman um, steigt auf eine Kommode und springt aus der Höhe auf sie. Mein Schatz, dein Retter naht, ruft er und wirft sich in den Abgrund. Wer aber Batman imitiert, sollte auch geschickt sein. Eben, sollte. Der Bankdirektor verfehlte beim Sprung sein Ziel, prallte auf den Fußboden, brach sich einen Arm und wurde ohnmächtig. Sie hörte den Aufprall, sah aber nichts, schließlich waren ihre Augen verbunden. „Komm schon, mach keine Scherze“, rief sie dem Chef zu. Batman blieb still. Die Schreie der Sekretärin alarmierten eine Nachbarin, die Nachbarin alarmierte die Feuerwehr, diese alarmierte die Ambulanz.
Die logische Folge: die ganze Stadt hielt sich den Bauch vor Lachen und Männer mit eingegipstem Arm wagten sich in Siena nicht auf die Strasse. (Quelle: Tages-Anzeiger, 20. März 1998)
Die logische Folge: die ganze Stadt hielt sich den Bauch vor Lachen und Männer mit eingegipstem Arm wagten sich in Siena nicht auf die Strasse. (Quelle: Tages-Anzeiger, 20. März 1998)
Sonntag, 24. Januar 2010
DAS TUT ECHT WEH, IHR RABBINER
Einige Rabbiner in Jerusalem haben den Frauen verboten, in der Öffentlichkeit mit dem Handy zu telefonieren. Das Telefon wäre gegen die guten Sitten, verkündete eine orthodoxe Gruppe. Dies wird in der Tageszeitung „Jediot Aharonot“ vom 9. November 1999 berichtet. Die Präsidentin der Vereinigung für die Rechte der Frau, Alice Schalvi warf den Rabbinern vor, sie wollten die Gesellschaft ins Mittelalter zurückversetzen.
Zu sich dorthin zurückholen, hätte sie sagen sollen.
Zu sich dorthin zurückholen, hätte sie sagen sollen.
Montag, 21. Dezember 2009
DAS TUT ECHT WEH, IHR POLITIKER
Die liberale Partei der Schweiz FDP schlägt allen Ernstes vor, die stark übergewichtigen Menschen durch Prämien zu belohnen, falls sie kontrolliert an Gewicht verlieren. Herrliche Idee. Alle, die sich gehen lassen und den Wanst züchten sollen auf Staatskosten wieder den durch Jahre angehäuften Kalorienüberschuss loswerden. Eigenartig, dass dieser Vorschlag gerade von einer Partei kommt, die sonst die Eingriffe des Staates beschränken will.
Kommentar: ich würde lieber ein Fettsteuer erheben und den Erlös den Hungernden in der Welt geben.
Kommentar: ich würde lieber ein Fettsteuer erheben und den Erlös den Hungernden in der Welt geben.
Sonntag, 20. Dezember 2009
DAS TUT ECHT WEH, IHR JURYMITGLIEDER
In Saudi-Arabien hat eine 18jähringe Frau eine Miss-Wahl gewonnen. Sie hat nicht weniger als 274 Mitbewerberinnen ausgestochen. Dabei hat sie weder ihren Körper, noch ihr Gesicht gezeigt. Sie erschien verschleiert zur Konkurrenz. Die Jury krönte sie mit dem Preis, weil sie als „Moralische Schönheitskönigin“ alle überflügelt hat. (Bieler Tagblatt, 25. 7. 2009, S. 24).
Kommentar: erübrigt sich..
Kommentar: erübrigt sich..
Donnerstag, 10. Dezember 2009
DAS TUT ECHT WEH, HERR AUTODIEB
Ein Kleinbus der Polizei hält auf einer Strasse in Budapest an. Der Fahrer steigt aus, er hat kurz etwas zu erledigen. Ein wacher Autodieb beobachtet, dass der Schlüssel stecken blieb. Hurtig besteigt er das Fahrzeug, so ein Kleinbus kann ihm ja auch nützlich sein. Er klemmt sich hinter das Steuer und will den Motor anspringen lassen. Doch dann packen ihn kräftige Hände an der Schulter. Was der Dieb durch die dunkel getönten Scheiben nicht erkennen konnte war, wer noch im Bus saß: ein Trupp der Bereitschaftspolizei. (Neue Zürcher Zeitung, 10. Dezember 2009)
Kommentar: nur die allergrößten Kälber, suchen ihren Metzger selber.
Kommentar: nur die allergrößten Kälber, suchen ihren Metzger selber.
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