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Dienstag, 29. April 2014
Das Publikum
Gewöhnlich sind bei einem Fussballmatch in vielen Ländern etwa 50’000 Zuschauer, oder mit einem anderen Ausdruck „Fans“, anwesend. Bei ganz grossen Clubs kann das sogar doppelt so viele Schreihalse abgeben. Nach Berechnungen der Wissenschaft hat ein menschliches Gehirn 100 Milliarden (!) Neuronen oder Gehirnzellen. An einem Fußballspiel sind also 5 Billiarden Gehirnzellen anwesend. Mathematisch ausgedrückt ist es 5x1015 also eine 5 gefolgt von 15 Nullen. Bei dieser Geistespotenz müssen selbst Götter neidisch werden. Bei bestimmten Szenen auf dem Fussballfeld muss man sich aber fragen, wie viele dieser Zellen eingesetzt werden. Oder mit Chamfort gesagt: wie viele Dummköpfe machen ein Publikum aus?
Montag, 31. März 2014
Es lebe der Sozialismus!
Bis zur Auflösung der Sowjetunion richtete sich die Wirtschaft an Zielvorgaben. Diese missachteten völlig die Gesetze des Marktes und die Bedürfnisse der Bevölkerung. Es war von vornherein klar, dass ein solches sozialistisches Prinzip zum Misserfolg verurteilt war. Die Wirtschaftsplanung war einer dafür zuständigen Regierungsstelle anvertraut, die für alle Bereiche die Jahresziele festlegte. Solche Ziele waren etwa vergleichbar mit der Vorgabe, die einem Jugendlichen vorschreiben, im nächsten Jahr 48 cm zu wachsen. Ein absurdes Beispiel zentralistischer Planung war die Zielsetzung an die öffentlichen Bibliotheken, die eine eidesstattliche Erklärung abgeben mussten, in den drei kommenden Jahren so viele Bücher über Lenin lesen zu lassen, wie nie zuvor. Wie hätte das verwirklicht werden sollen? Wir stellen uns den Bibliothekar vor, der von Tür zu Tür geht, den Leuten eine Biographie Lenins in die Hand drückt und zum Lesen einen Termin von zehn Tagen festlegt. Nach Ablauf dieser Zeit kam er wieder vorbei und kontrollierte durch gezielte Fragen, ob das Buch wirklich gelesen wurde. Es lebe der Sozialismus!
Mittwoch, 29. Januar 2014
Strahlende Gerechtigkeit
In Indien hat das Oberste Gericht die Homosexualität als strafrechtlich verfolgtes Verbrechen definiert. Das ist doch logisch. In einem Land, wo kein Tag vergeht, ohne dass Frauen brutal vergewaltigt und getötet werden, gelten jene, die das nicht tun, als gesetzeswidrig. (Vgl. Corriere del Ticino, 29. Januar 2014, S. 36)
Sonntag, 12. Januar 2014
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!
Über die Erziehungsmethoden gehen die Meinungen auseinander. Autoritär oder anti-autoritär, repressiv oder um Dialog bemüht, Strafe oder Ansporn? „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“, könnte auch in diesem Bereich das Kriterium für die Bewertung des Erfolgs elterlichen Bemühens heissen. Eine ausgefallene Bestrafung hat ein Vater in Tunesien gewählt, der mit dem Fleiss seiner Söhne bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben nicht zufrieden war: er hat die faulen Kerle kurzerhand erhängt. Das sollte ihnen eine Lehre sein! (Vgl. Corriere del Ticino, 13.11.2013, S. 44) Möglicherweise hätte die Mutter der Kinder, die zweifellos eine weniger autoritäre Einstellung besass, den Lehrer und den Ehemann auf den Galgen geschickt. Doch was haben schon Frauen in islamischen Ländern zu sagen?
Dienstag, 6. März 2012
Tot sein lässt sich nur schwer trainieren
In jeder Gesellschaft besteht eine Rangordnung, sowohl bei den Tieren, wie auch bei den Menschen. Diese Hierarchie legt die Machtverhältnisse fest. Das Alpha-Tier führt den Rudel an, hat bei der Hackordnung Vortritt und geniesst – meistens ausschliesslich – die Gunst der Weibchen. Um die Spitzenposition muss gekämpft, und einmal erobert, muss sie auch verteidigt werden. Wird der Anführer einer Gruppe von einem jüngeren, kräftigeren Tier besiegt, so wird er in fast allen Fällen aus der Gruppe ausgestossen und dadurch faktisch zum Tode verurteil, sogar seine nicht erwachsenen Nachkommen werden oft vom neuen Boss umgebracht.
Beim Menschen ist es nicht viel anders. Auf allen gesellschaftlichen Stufen wird eine Hierarchieordnung erstellt, in der Familie, in den politischen Strukturen, unter den Nationen. Um die Macht wird erbittert gekämpft, mit schönen Worten und harten Bandagen. Jene, die den Machthaber stürzen wollen werden dann von den Alpha-Menschen „Terroristen“, genannt, die verhassten Regierenden „Tyrannen“. Der Beweis für diese Behauptung ist schnell erbracht: man muss nur eine beliebige Tageszeitung aufschlagen, an einem beliebigen Tag und wird das Phänomen bestätigt finden. Spezielle Hinweise erübrigen sich.
Der Wettkampf durchdringt alle Bereiche der Gesellschaft: Konkurrenz überall, in der Wirtschaft, am Arbeitsplatz, bei allen Wettbewerben, ob für Schönheit, Muskelpakete, Sport oder Unsinn. Und dieser Wettkampf hat auch seine Bibel: das Guinness-Buch der Rekorde. Hier wird der Blödheit ein Altar errichtet. Bei allen Wettbewerben können die Teilnehmer die Konkurrenz nur durch fleissiges Training besiegen. Die Sportler durch viel Aufwand an ihren Geräten, auf ihren Pisten, in ihren Schwimmbäder, die Schönen durch stundenlangem Hüftschwingen und Lächeln vor den Spiegeln, die Rekordfresser durch Verschlingen von Unmengen von Hamburgern, Wienerwürsten oder Torten, die Schalstrickerinnen durch Verweben von Bergen von Wollfäden und wer auch immer durch was auch immer. Der Gipfel der Glückseligkeit ist, sich im Guinness-Buch der Rekorde eintragen zu lassen, ungeachtet dessen, wie blöd die erbrachte Leistung ist.
Auch der 24-Jährige Janaka Basnayake in Sri Lanka hatte sich zum hehren Ziel gesetzt, im Lexikon des Unsinns Platz zu finden: er liess sich von Freunden und Verwandten begraben, um einen Rekord für die längste Dauer als lebendig Begrabener aufzustellen. (Neue Zürcher Zeitung, 6. März 2012, S. 20). Er hatte den Rekord nach sechseinhalb Stunden aufgestellt. Der einzige Schönheitsfehler dabei war: er war daran gestorben.
Eben: der Tod lässt sich nur schwer trainieren. Vielleicht könnte man im Guinness-Buch der Rekorde eine Kategorie für den totesten Toten eintragen.
Beim Menschen ist es nicht viel anders. Auf allen gesellschaftlichen Stufen wird eine Hierarchieordnung erstellt, in der Familie, in den politischen Strukturen, unter den Nationen. Um die Macht wird erbittert gekämpft, mit schönen Worten und harten Bandagen. Jene, die den Machthaber stürzen wollen werden dann von den Alpha-Menschen „Terroristen“, genannt, die verhassten Regierenden „Tyrannen“. Der Beweis für diese Behauptung ist schnell erbracht: man muss nur eine beliebige Tageszeitung aufschlagen, an einem beliebigen Tag und wird das Phänomen bestätigt finden. Spezielle Hinweise erübrigen sich.
Der Wettkampf durchdringt alle Bereiche der Gesellschaft: Konkurrenz überall, in der Wirtschaft, am Arbeitsplatz, bei allen Wettbewerben, ob für Schönheit, Muskelpakete, Sport oder Unsinn. Und dieser Wettkampf hat auch seine Bibel: das Guinness-Buch der Rekorde. Hier wird der Blödheit ein Altar errichtet. Bei allen Wettbewerben können die Teilnehmer die Konkurrenz nur durch fleissiges Training besiegen. Die Sportler durch viel Aufwand an ihren Geräten, auf ihren Pisten, in ihren Schwimmbäder, die Schönen durch stundenlangem Hüftschwingen und Lächeln vor den Spiegeln, die Rekordfresser durch Verschlingen von Unmengen von Hamburgern, Wienerwürsten oder Torten, die Schalstrickerinnen durch Verweben von Bergen von Wollfäden und wer auch immer durch was auch immer. Der Gipfel der Glückseligkeit ist, sich im Guinness-Buch der Rekorde eintragen zu lassen, ungeachtet dessen, wie blöd die erbrachte Leistung ist.
Auch der 24-Jährige Janaka Basnayake in Sri Lanka hatte sich zum hehren Ziel gesetzt, im Lexikon des Unsinns Platz zu finden: er liess sich von Freunden und Verwandten begraben, um einen Rekord für die längste Dauer als lebendig Begrabener aufzustellen. (Neue Zürcher Zeitung, 6. März 2012, S. 20). Er hatte den Rekord nach sechseinhalb Stunden aufgestellt. Der einzige Schönheitsfehler dabei war: er war daran gestorben.
Eben: der Tod lässt sich nur schwer trainieren. Vielleicht könnte man im Guinness-Buch der Rekorde eine Kategorie für den totesten Toten eintragen.
Sonntag, 19. Februar 2012
Der verpolte Affe
Gibt es ein Recht auf Nicht-Einmischung (oh, welch schreckliches Wort!) in die "inneren Angelegenheiten" eines Staates? Bejaht man die Frage, so lässt man alle Diktatoren gewähren: Saddam Hussein, Ghedaffi, Mubarak, al-Assad und unzählige andere. Verneint man die Frage, so steht man den starken das Recht zu, die Schwachen unter fadenscheinigen Vorwänden zu vergewaltigen. Da kann China Tibet besetzten, die Russen Südossetien, (vergessen wir die leidige Geschichte Osteuropas nicht!), die Israeli Palästina, Irak Kuweit, die USA Irak und Afghanistan und andere "Befreier", wonach ihr Gaumen lechzt. Denn jeder Imperialist spielt sich als "Befreier" auf, auch wenn er nur als neuer Diktator auftritt. Philosophisch gesehen
gibt es keine objektiven Kriterien, die eine solche Entscheidung bewerten lassen. Werte stehen nie hinter Einmischung und Nichteinmischung. Macht, Eigeninteressen, Nationalismus, Religion liefern die Argumente für beide Haltungen. Es fehlt an
gesellschaftlichem Konsens über allgemein anerkannten Werte, die "objektive" Massstäbe setzen würden. Platon wünschte sich Philosophen als Staatslenker, doch ich befürchte, auch sie wären in dieser Frage nicht einig geworden. Wer verspürt ab und zu nicht Lust, die Geschicke dieser Welt nach eigenen Vorstellungen zu lenken und meint stillschweigend, dass dadurch eine bessere Welt entstehen würde?
Ich würde zum Beispiel die übermächtigen Waffen der grossen Militärmächte zerstören, die selbst die Götter resignieren lassen, die sie indirekt erschaffen haben. Doch da ich es nicht kann, bleibt das Dilemma, das Unrecht, Bastard der Gewalt, auch.
Wie steht es aber mit Nicht-Einmischung bei Missgeburten innerhalb einzelner Gesellschaften? Bei der Unterjochung der Frau etwa? Es sind nicht nur die heute noch stark spürbaren Ausläufer der jüdisch-christlichen Weltanschauung, nicht nur die Verachtung der Frau durch den Islam, sondern auch andere gesellschaftliche Absurditäten, die sich nicht von der Idee der Minderwertigkeit der Frau befreien können. In vielen asiatischen Staaten werden Frauen in erster Linie als Gebärerinnen von Söhnen betrachtet. Bringen sie Töchter zu Welt, ist die Wut der Ehemänner gross. Nicht selten werden die Töchter und ihre unfähigen Mütter umgebracht. Da ist jener Vater, der nur sieben Töchter vorweisen kann und seine "Ehre" dadurch rettet, dass er zwei von ihnen als Knaben verkleidet, noch ein toleranter Kerl. Heute, wo die medizinische Technik die Feststellung des Geschlechts während der Schwangerschaft ermöglicht, kommt es in Indien vor, dass Mädchen erst gar nicht geboren werden, weil die Eltern sie abtreiben. Die sarkastische Rache der Natur: in bestimmten Gliedstaaten von Indien gibt es einen solchen Frauenmangel, dass viele Jungen keine Familie gründen können. Denen kommt die Nachricht erlösend entgegen, die man am 18. Februar in den Zeitungen lesen konnte: zum erstenmal hatte ein Mann einem Kind das Licht der Welt geschenkt! Hurra, dann brauchen wir die Frauen gar nicht mehr! Das würde nich nur den Islam freuen.
Die Gewalt und die Entwertung der Frau ist keine individuelle Entgleisung, ist nicht ein Fehltritt einzelner. Hier geht es um soziale Verwerfungen, die auf archaische Vorstellungen zurückzuführen sind und heute unter keinen Umständen toleriert werden dürfen. Oft berufen sich die Verteidiger frauenfeindlicher Praktiken auf eine nicht näher definierbare "Tradition". Doch vergessen wir nicht: Traditionen sind nicht schon deshalb wertvoll, weil sie auf eine lange Geschichte zurückblicken. Auch Traditionen müssen ethische Normen respektieren. Man müsste ein internationales Strafgericht einführen, das alle Staaten sanktioniert, die es nicht fertig bringen, die Würde der Frau nicht nur in ihrer Gesetzgebung, sondern auch in deren Vollzug zu schützen.
gibt es keine objektiven Kriterien, die eine solche Entscheidung bewerten lassen. Werte stehen nie hinter Einmischung und Nichteinmischung. Macht, Eigeninteressen, Nationalismus, Religion liefern die Argumente für beide Haltungen. Es fehlt an
gesellschaftlichem Konsens über allgemein anerkannten Werte, die "objektive" Massstäbe setzen würden. Platon wünschte sich Philosophen als Staatslenker, doch ich befürchte, auch sie wären in dieser Frage nicht einig geworden. Wer verspürt ab und zu nicht Lust, die Geschicke dieser Welt nach eigenen Vorstellungen zu lenken und meint stillschweigend, dass dadurch eine bessere Welt entstehen würde?
Ich würde zum Beispiel die übermächtigen Waffen der grossen Militärmächte zerstören, die selbst die Götter resignieren lassen, die sie indirekt erschaffen haben. Doch da ich es nicht kann, bleibt das Dilemma, das Unrecht, Bastard der Gewalt, auch.
Wie steht es aber mit Nicht-Einmischung bei Missgeburten innerhalb einzelner Gesellschaften? Bei der Unterjochung der Frau etwa? Es sind nicht nur die heute noch stark spürbaren Ausläufer der jüdisch-christlichen Weltanschauung, nicht nur die Verachtung der Frau durch den Islam, sondern auch andere gesellschaftliche Absurditäten, die sich nicht von der Idee der Minderwertigkeit der Frau befreien können. In vielen asiatischen Staaten werden Frauen in erster Linie als Gebärerinnen von Söhnen betrachtet. Bringen sie Töchter zu Welt, ist die Wut der Ehemänner gross. Nicht selten werden die Töchter und ihre unfähigen Mütter umgebracht. Da ist jener Vater, der nur sieben Töchter vorweisen kann und seine "Ehre" dadurch rettet, dass er zwei von ihnen als Knaben verkleidet, noch ein toleranter Kerl. Heute, wo die medizinische Technik die Feststellung des Geschlechts während der Schwangerschaft ermöglicht, kommt es in Indien vor, dass Mädchen erst gar nicht geboren werden, weil die Eltern sie abtreiben. Die sarkastische Rache der Natur: in bestimmten Gliedstaaten von Indien gibt es einen solchen Frauenmangel, dass viele Jungen keine Familie gründen können. Denen kommt die Nachricht erlösend entgegen, die man am 18. Februar in den Zeitungen lesen konnte: zum erstenmal hatte ein Mann einem Kind das Licht der Welt geschenkt! Hurra, dann brauchen wir die Frauen gar nicht mehr! Das würde nich nur den Islam freuen.
Die Gewalt und die Entwertung der Frau ist keine individuelle Entgleisung, ist nicht ein Fehltritt einzelner. Hier geht es um soziale Verwerfungen, die auf archaische Vorstellungen zurückzuführen sind und heute unter keinen Umständen toleriert werden dürfen. Oft berufen sich die Verteidiger frauenfeindlicher Praktiken auf eine nicht näher definierbare "Tradition". Doch vergessen wir nicht: Traditionen sind nicht schon deshalb wertvoll, weil sie auf eine lange Geschichte zurückblicken. Auch Traditionen müssen ethische Normen respektieren. Man müsste ein internationales Strafgericht einführen, das alle Staaten sanktioniert, die es nicht fertig bringen, die Würde der Frau nicht nur in ihrer Gesetzgebung, sondern auch in deren Vollzug zu schützen.
Mittwoch, 9. Juni 2010
WENN TERRORISTEN DAS GLÜCK BRINGEN
Wie überall in der Welt, gibt es auch in Israel staatliche, also gesetzlich zugelassene Toto- und Lottounternehmen. Daneben gedeihen aber, wie ebenfalls überall auf der Welt, illegale Wettbüros. Diese indessen sind um neue, nach ihrer Ansicht „originelle“ Wetten nicht verlegen. So berichteten das israelische Radio und die Tageszeitung „Maariv“, dass Wetten über den Ort des nächsten Selbstmordattenats abgeschlossen wurden. Der Badeort Eilat stand mit 17 zu 1 zu Buche, während Jerusalem bei „Erfolg“ nur das Eineinhalbfache seines Einsatzes einbrachte. Um zu verhindern, dass geldgierige Zeloten dem Glück mit einer Handgranate nachhalfen, wurden nur die von Arabern verübten Attentate gewertet. (Vgl. Neue Zürcher Zeitung, 14. Juni 2002. S. 60) Man stelle sich die Szene vor: ein biederer Familienvater springt plötzlich vor dem Fernsehen auf und schreit: Hurrah, wir sind reich! In Tel Aviv ist eine Bombe hochgegangen! Und überall sonst in Israel wird über die bösen Palästinenser geschimpft.
Mittwoch, 21. April 2010
MIT VOLLEM BAUCH STIRBT ES SICH LEICHTER
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kam für viele eine sehr schwere Zeit. Nicht, weil sie vorher im versprochenen Paradies gelebt hätten, sondern weil jede Umstellung zuerst Schmerzen bringt. Die alten Strukturen müssen sich häuten, die neuen Machthaber verschaffen sich Ellbogenfreiheit, um ihre Vorrangstellung mit Arroganz zu festigen. Die Kleinen leiden weiter.
Die Soldaten in Sibirien gehörten zu diesen Kleinen. Der Staat gab ihnen nichts mehr zu essen. Die Unterernährten Jugendlichen waren ausgehungert und zu Skeletten abgemagert. Doch lange andauernder Hunger setzt die Triebe auf den Führerstand des Lebens, das Tier im Menschen übernimmt die Herrschaft. So geschah es, dass ein 18-jähriger Rekrut, der seit Tagen nichts mehr zu essen hatte, getötet hatte, um sich ernähren zu können. Als der Magen gefüllt war, übernahm wieder die Vernunft das Kommando. Er erkannte, was er getan hatte. Kurzerhand brachte er sich um. (Corriere del Ticino, 23. Oktober 1998).
Die Soldaten in Sibirien gehörten zu diesen Kleinen. Der Staat gab ihnen nichts mehr zu essen. Die Unterernährten Jugendlichen waren ausgehungert und zu Skeletten abgemagert. Doch lange andauernder Hunger setzt die Triebe auf den Führerstand des Lebens, das Tier im Menschen übernimmt die Herrschaft. So geschah es, dass ein 18-jähriger Rekrut, der seit Tagen nichts mehr zu essen hatte, getötet hatte, um sich ernähren zu können. Als der Magen gefüllt war, übernahm wieder die Vernunft das Kommando. Er erkannte, was er getan hatte. Kurzerhand brachte er sich um. (Corriere del Ticino, 23. Oktober 1998).
Freitag, 9. April 2010
DIE GENITALIEN DARF ES NICHT GEBEN
Die katholische Kirche hat mit ihrem Sexualkomplex die Köpfe voll gestopft. Wen wundert es, dass die Früchte solcher Erziehung faul sind. Während Jahrhunderten durften die Medizinstudenten an der päpstlichen Universität in Rom an präparierten Leichen nur dann operieren, falls denen vorher die Geschlechtsteile entfernt wurden. (Vgl. B. Russel, Unpopular Essays, S. 103) Ich frage mich, wer mit dieser Aufgabe betraut war. Vielleicht taten es blinde Priester. Das sind ja alle, könnte jemand einwenden.
Freitag, 2. April 2010
KANN MAN MASSLOS GESCHEIT SEIN?
Maß ist eine Tugend. Und wie alle Tugenden, ist sie mit Überwindung verbunden. Ich kenne keine Tugend, die im Hedonismus beheimatet ist. „Maßlos“ ist eine Eigenschaft für Weicheier oder Fanatiker. Der Polizeichef von Genf war maßlos, als er zwanzig Mann gegen den Sohn Ghedaffis ausrücken ließ, weil dieser nach guter Familiensitte seine Diener verprügelte. Dies geschah wohl jeden Tag und überall, wo sich dieser Hannibal aufhielt. Doch der Polizeichef wollte das Tyrannensöhnchen, und indirekt auch seinen Erzieher, darüber belehren, was Recht und Ordnung ist. An Maß hat es ihm dabei gefehlt. Die Rechnung für seine blinde Sturheit müssen andere bezahlen.
Die Polizei ist ab und zu maßlos in Ordnung verliebt. Die Geschichte, die sich in Fresno, Kalifornien 2005 abgespielt hatte, könnte auch in Genf passiert sein. Ein neunjähriger Junge bewarf ein elfjähriges Mädchen mit einem Wasserballon. Dieses reagierte, warf einen Stein nach dem Buben und besorgte diesem eine Schramme. Die Wunde wurde genäht und diente ihm als Kriegsabzeichen wie für tausende anderer Buben in diesem Alter. Doch da schritt die Polizei eine. Drei Einsatzwagen und ein Helikopter wurden an den Tatort aufgeboten. Das Mädchen wurde verhaftet und sollte vor Gericht gestellt werden. Es wurde wie eine Schwerverbrecherin behandelt, sagte der Anwalt der Angeklagten, Maribel Cuevas aus. (Neue Zürcher Zeitung, 19. Juli 2005).
Die heldenhaften Taten der Ordnungshüter sorgen dafür, dass die Steuergelder für maßlose Dummheiten eingesetzt werden.
Die Polizei ist ab und zu maßlos in Ordnung verliebt. Die Geschichte, die sich in Fresno, Kalifornien 2005 abgespielt hatte, könnte auch in Genf passiert sein. Ein neunjähriger Junge bewarf ein elfjähriges Mädchen mit einem Wasserballon. Dieses reagierte, warf einen Stein nach dem Buben und besorgte diesem eine Schramme. Die Wunde wurde genäht und diente ihm als Kriegsabzeichen wie für tausende anderer Buben in diesem Alter. Doch da schritt die Polizei eine. Drei Einsatzwagen und ein Helikopter wurden an den Tatort aufgeboten. Das Mädchen wurde verhaftet und sollte vor Gericht gestellt werden. Es wurde wie eine Schwerverbrecherin behandelt, sagte der Anwalt der Angeklagten, Maribel Cuevas aus. (Neue Zürcher Zeitung, 19. Juli 2005).
Die heldenhaften Taten der Ordnungshüter sorgen dafür, dass die Steuergelder für maßlose Dummheiten eingesetzt werden.
Donnerstag, 25. März 2010
LASSET DIE KINDLEIN ZU MIR KOMMEN!
Die zahllosen Enthüllungen sexueller Übergriffe auf Kinder, die während der letzten Wochen die Medien beherrschen, haben hitzige Diskussionen entfacht. Richtig so. Man kann nicht ernst genug mit den Pädophilen ins Gericht gehen. Üblicherweise geschahen die Verfehlungen im Verborgenen und wurden nach gewohnter Art von der katholischen Kirche vertuscht. Die Nachfolger Jesu haben wohl seine Absicht falsch verstanden, als er sagte: „lasset die Kindlein zu mir kommen“ (Markus 10,14).
Die Plage des Kindsmissbrauchs scheint jedoch nicht nur in den Kirchenkreisen zu wüten. Meine Verblüffung war groß, als ich folgende Geschichte in einem Zeitungsbericht entdeckt habe.
In Pakistan wurde ein vierjähriges Mädchen zwangsverheiratet. Ganz ungewöhnlich scheint dies auf den ersten Blick nicht zu sein, denn in manch einer Kultur herrschte die Sitte der Kinderehen. Doch um das geht es in unserem Fall nicht. Das Kind wurde mit einem 45-jährigen Mann getraut. Aus Sühne für ein Vergehen seines Onkels. Dieser war mit der Nichte des Bräutigams durchgebrannt, eine alltägliche Geschichte, die immer und überall in der Welt vorkommt. Doch das Stammesgericht der Ortschaft befand, der Onkel müsse bestraft werden. Es legte ihm eine Geldstrafe von umgerechnet 4200 Franken auf und forderte von ihm, dem Kläger ein junges Mädchen aus seiner Familie zu überlassen. Wie jung? Ich frage mich, wie lange wohl der Ehemann mit der Ausübung seiner Rechte zuwarten wollte?
Zum Glück des Mädchens wurden Menschenrechtsaktivisten auf den Fall aufmerksam und konnten den ganzen Klan, der an diesem Handel beteiligt war, verhaften lassen. (Neue Zürcher Zeitung, 10./11 Februar 2007).
Die Plage des Kindsmissbrauchs scheint jedoch nicht nur in den Kirchenkreisen zu wüten. Meine Verblüffung war groß, als ich folgende Geschichte in einem Zeitungsbericht entdeckt habe.
In Pakistan wurde ein vierjähriges Mädchen zwangsverheiratet. Ganz ungewöhnlich scheint dies auf den ersten Blick nicht zu sein, denn in manch einer Kultur herrschte die Sitte der Kinderehen. Doch um das geht es in unserem Fall nicht. Das Kind wurde mit einem 45-jährigen Mann getraut. Aus Sühne für ein Vergehen seines Onkels. Dieser war mit der Nichte des Bräutigams durchgebrannt, eine alltägliche Geschichte, die immer und überall in der Welt vorkommt. Doch das Stammesgericht der Ortschaft befand, der Onkel müsse bestraft werden. Es legte ihm eine Geldstrafe von umgerechnet 4200 Franken auf und forderte von ihm, dem Kläger ein junges Mädchen aus seiner Familie zu überlassen. Wie jung? Ich frage mich, wie lange wohl der Ehemann mit der Ausübung seiner Rechte zuwarten wollte?
Zum Glück des Mädchens wurden Menschenrechtsaktivisten auf den Fall aufmerksam und konnten den ganzen Klan, der an diesem Handel beteiligt war, verhaften lassen. (Neue Zürcher Zeitung, 10./11 Februar 2007).
Mittwoch, 10. März 2010
EHRE VATER UND MUTTER
Shih Huang-ti ging in die Geschichte als erster Kaiser Chinas ein. Er eroberte und vereinigte die sieben um die Vorherrschaft kämpfenden Staaten und schwang sich zum Machthaber empor. Er vollbrachte große Taten und prägte entschlossen etwa vor 2270 Jahren die Geschichte. Seine Durchschlagskraft bewies er schon als Kind. Es wird berichtet, er hätte seinen Vater zum Selbstmord gezwungen und seine Mutter verfolgt. Er hatte sich so den Weg frei gemacht, den Thron des Vaters zu besteigen. Und dies mit erst zwölf Jahren.
Es gibt Leute, die sich über die Rohheit der heutigen Jugend beklagen.
Andere meinen, mit Chinesen über Menschrechte diskutieren zu können.
Es gibt Leute, die sich über die Rohheit der heutigen Jugend beklagen.
Andere meinen, mit Chinesen über Menschrechte diskutieren zu können.
Montag, 8. März 2010
DAS NADELÖHR
Im Kampf der Begehrlichkeiten prallen seit eh und je die Waffen der Habenichtse und der Besitzender aufeinander. Pierre-Joseph Proudhon und Karl Marx haben als erste die Situation der Besitzlosen systematisch analysiert, doch waren sie beileibe nicht die ersten, die sich mit dem sozialen Ungleichgewicht beschäftigt hatten. Tiberius Sempronius Gracchus, Jesus von Nazareth, Georg Dozsa und viele andere haben das altbekannte Problem thematisiert. Im Languedoc, dem südlichen Zentralfrankreich, begann 1397 ein sechsjähriger Guerillakrieg der hungernden Bauern gegen Adel und Geistlichkeit, den einer der Rebellenhäuptlinge unter dem leicht verständlichen Motto führte: "Wer weiche Hände hat, wird aufgeknüpft.“ (Vgl. W. Durant, Kulturgeschichte der Menschheit, Bd. 17. S. 129). Natürlich sahen es die Reichen damals wie heute anders. La Bruyère, französischer Schriftsteller zur Zeit Ludwigs XIV. fand es für richtig, dass es Arme gibt, denn sonst wäre es schwierig, Dienerschaft zu finden, und niemand würde in den Bergwerken arbeiten und auf den Äckern die Erde bestellen wollen. (W. Durant. a.a.O Bd. 23 S. 278).
Wenn man bedenkt, dass es in der ägyptischen Mythologie selbst im Jenseits Herren und Diener gab, so ist letzten Endes alles nur eine Frage des richtigen Pedigrees.
Vor Jahrzehnten habe ich in einer Studentenzeitung den – nicht ernst gemeinten – Streikaufruf lanciert, die Armen mögen durch Enthaltsamkeit auf die Zeugung der Nachkommenschaft verzichten. So müssten die Reichen ihren Kindern das Arbeiten beibringen. Doch jene „infernalische Peitsche“ (Schopenhauer), die den Menschen zur Fortpflanzung antreibt, vereitelt diese Lösung. Also zeugen arm und reich weiter, um einander gegenseitig umzubringen. Sowohl beim Proletariat wie auch bei der Herrscherklasse geht es um Diktatur: der Diktatur des Habenwollens.
Wenn man bedenkt, dass es in der ägyptischen Mythologie selbst im Jenseits Herren und Diener gab, so ist letzten Endes alles nur eine Frage des richtigen Pedigrees.
Vor Jahrzehnten habe ich in einer Studentenzeitung den – nicht ernst gemeinten – Streikaufruf lanciert, die Armen mögen durch Enthaltsamkeit auf die Zeugung der Nachkommenschaft verzichten. So müssten die Reichen ihren Kindern das Arbeiten beibringen. Doch jene „infernalische Peitsche“ (Schopenhauer), die den Menschen zur Fortpflanzung antreibt, vereitelt diese Lösung. Also zeugen arm und reich weiter, um einander gegenseitig umzubringen. Sowohl beim Proletariat wie auch bei der Herrscherklasse geht es um Diktatur: der Diktatur des Habenwollens.
Donnerstag, 4. März 2010
CALVIN IST TOT, ES LEBE CALVIN
Man wirft oft der katholischen Kirche Bevormundung der Gläubigen und Gewissensinquisition vor und übersieht oft, dass der Calvinismus sie weit hinter sich ließ. In alles mischte sich die klerikale Polizei ein, fast jede Äußerung natürlichen Lebensdrangs und unbefangenen Frohsinns wurde beargwöhnt, untersagt und bestraft. Auf Fluchen, Kegelspiel, laute Scherze, leichtsinnige Reden standen hohe Bussen, auf Ehebruch die Todesstrafe. (Vgl. Egon Friedell, Renaissance und Reformation, S. 299). Dieser Geist hat tiefe Wurzeln geschlagen und spukt noch heute in manch einem Kopf Genfs. Nur so lässt es sich erklären, dass ein verblendeter Zelot seine Polizei in ein Luxushotel ausrücken lässt, um den Sohn eines weltbekannten Tyrannen in Handschellen zu legen, weil dieser seine Diener verprügelt hatte, eine Tat, die er wohl jeden Tag und überall vollbringt. Der Polizeipräfekt befindet: Recht muss sein, Verhältnismäßigkeit ist keine Sache der Calvinisten. Zu diesem Hohlkopf gesellt sich schon bald ein Kollege, der ein Exempel statuieren will und die demütigenden Bilder der Verhaftung des Tyrannensohnes der Presse zuspielt. Die Presse ist Presse, sie hat noch nie darüber Gedanken verloren, ob die Veröffentlichung einer Nachricht angebracht ist, wenn sie nur die Lust nach Sensation befriedigt.
Und danach prallen harte, starre Köpfe aufeinander. Der Polizeipräfekt beharrt darauf, richtig gehandelt zu haben, denn sein Calvinistenschädel funktioniert wie Binärzahlen: „ja oder nein“. Ein „teilweise“ kennt er nicht. Der Fotolieferant versteckt sich feige, denn er spürt, dass er eine Tracht Prügel verdient hat. Ich persönlich würde ihm gerne einige Nettigkeiten antun. Der Cäsar der Kameltreiber indessen macht aus einer Lappalie eine Frage von Leben und Tod und würde am liebsten der Schweiz den Krieg erklären. Er rächt sich an Unschuldigen mit seiner widerlichen Mentalität, die, wer erinnert sich nicht mehr daran, einige bulgarische Krankenschwester, die in seinen verlausten Spitälern Dienst leisteten, zu Tode verurteilen ließ, um nicht zugeben zu müssen, dass in zivilisierten Ländern Tierkliniken weit höher stehen als seine Krankenhäusern. Er wollte auch den Vorschlag machen, die Schweiz zu vierteilen und die Strünke unter den Nachbarländern zu verteilen. In einem Punkt stimme ich ihm zu: Genf könnten wir gerne Sarkozy schenken.
Und danach prallen harte, starre Köpfe aufeinander. Der Polizeipräfekt beharrt darauf, richtig gehandelt zu haben, denn sein Calvinistenschädel funktioniert wie Binärzahlen: „ja oder nein“. Ein „teilweise“ kennt er nicht. Der Fotolieferant versteckt sich feige, denn er spürt, dass er eine Tracht Prügel verdient hat. Ich persönlich würde ihm gerne einige Nettigkeiten antun. Der Cäsar der Kameltreiber indessen macht aus einer Lappalie eine Frage von Leben und Tod und würde am liebsten der Schweiz den Krieg erklären. Er rächt sich an Unschuldigen mit seiner widerlichen Mentalität, die, wer erinnert sich nicht mehr daran, einige bulgarische Krankenschwester, die in seinen verlausten Spitälern Dienst leisteten, zu Tode verurteilen ließ, um nicht zugeben zu müssen, dass in zivilisierten Ländern Tierkliniken weit höher stehen als seine Krankenhäusern. Er wollte auch den Vorschlag machen, die Schweiz zu vierteilen und die Strünke unter den Nachbarländern zu verteilen. In einem Punkt stimme ich ihm zu: Genf könnten wir gerne Sarkozy schenken.
Mittwoch, 24. Februar 2010
HURRAH, WIR LIEBEN UNS 2
Am 6. August 2001 wurde in Alipur im Gliedstaat Uttar Pradesh in Nordindien auf dem Dach eines Hauses vor Hunderten von Zuschauern ein junges Liebespaar erhängt. Die Eltern des Paares waren bei der illegalen Hinrichtung dabei. Der Grund dieser Todesstrafe war, dass der 19-jährige Mann zu der höchsten Hindukaste, den Brahmanen gehört hatte, während seine 18-jährige Freundin aus der niederen Kaste der Jats stammte. (Vgl. Neue Zürcher Zeitung, 9. August 2001, S. 51) Eine unverzeihliche Missachtung von Sitte und Tradition in Indien. Sagen Sie bitte nicht, liebe Leser, Indien wäre ein unterentwickeltes Land. Es hat schließlich die Atombombe.
Mittwoch, 10. Februar 2010
DAS BRAUTBUKETT
Die Volksgruppe der Oromo in Äthiopien, früher Galla genannt, kannte das Geheimnis, wie man Bräute verwöhnte. Früher galt bei ihnen ein Mann nicht als voll initiiert und heiratsfähig bevor er nicht die abgeschnittenen Genitalien eines Feindes heimgebracht hatte. Da kam doch ein Verliebter gewiss auf die Idee, seine Zuneigung durch einen Korb voll solcher Brautgeschenke zu beweisen. Schade, dass es damals noch keine Fotografen gab, die das Hochzeitsbild knipsten. Die Auserwählte, die mit einem solchen Brautbukett in der Hand in die Kamera lächelte.
Noch radikaler waren die Papuas: die mussten den abgeschlagenen Kopf eines Feindes als Trophäe auf den Altar legen.
Noch radikaler waren die Papuas: die mussten den abgeschlagenen Kopf eines Feindes als Trophäe auf den Altar legen.
Donnerstag, 4. Februar 2010
WO WAR GOTT?
Sollte einer der Holocaust-Leugner die Idee vertreten, Gott hätte das fürchterliche Leiden des jüdischen Volkes unter dem Hitler-Regime gutgeheißen, so würde man ihn wohl lebenslänglich in ein Irrenhaus sperren. Aber was dann, wenn dies von einem Rabbiner gepredigt wird? Am 5. August 2000 hat Rabbi Ovadia Yosef, der damalige geistige Anführer der ultraorthodoxen Shas-Partei ausgesagt, die sechs Millionen Holocaust-Opfer seien Sünder, die wieder gekommen seien, um ihre früheren Vergehen zu büssen. (Vgl. Neue Zürcher Zeitung, 7. August 2000). Mit anderen Worten hätte demnach Hitler nur das Urteil Yahwes ausgeführt. Welch ungeheuere Sünden mussten die Untertanen Gottes begangen haben, um auf solche Weise bestraft zu werden? Und welche Strafe gebührt einem Gott, der seinem Volk solches antut?
Dienstag, 2. Februar 2010
DER VERPOLTE AFFE KANN ZARTFÜHLEND SEIN
Blut fließen zu sehen war immer des Menschen Vergnügen. „Ein ganz besonderer Saft“ wäre Blut, heißt es schon im Faust. Es ist zwar sonderbar, doch eigentlich nicht überraschend, dass die Gläubigen der christlichen Religion darauf verfallen, das Blut ihres Erlösers zu schlürfen. Mit Blut werden Bünde besiegelt, Blut und nicht Gene begründet verwandtschaftliche Banden, Blut verlieh Rassen vermeintliche Überlegenheit und Blut sorgt heute noch für reine Beziehungen. Soll einer versuchen, bei orthodoxen Juden Mischehen einzuführen.
Die Freude, Blut fließen zu sehen war bei den alten Römern überaus beherrschend. Sie liebten die „venatio“, ein Wort, das eigentlich „Jagd“ bedeutet, doch auf die blutrünstige Tierhetzen angewandt wurde. Bei festlichen Anlässen veranstalteten gute Kaiser Schlachtorgien, wobei ab und zu tausende Tiere von Kämpfern niedergemetzelt oder von anderen Tieren zerfleischt wurden. Und der Plebs verfiel in Ekstase beim Anblick des Blutes, oder weniger poetisch gesagt, des Leidens. Doch die Empfindlichkeiten wurden geschont. Die Schergen verhüllten im Amphitheater zartfühlend die Statuen mit Tüchern, damit wenigstens diese die Hekatombe nicht ansehen mussten.
Das Leben ergötzt sich daran, Leben zu zerstören.
Die Freude, Blut fließen zu sehen war bei den alten Römern überaus beherrschend. Sie liebten die „venatio“, ein Wort, das eigentlich „Jagd“ bedeutet, doch auf die blutrünstige Tierhetzen angewandt wurde. Bei festlichen Anlässen veranstalteten gute Kaiser Schlachtorgien, wobei ab und zu tausende Tiere von Kämpfern niedergemetzelt oder von anderen Tieren zerfleischt wurden. Und der Plebs verfiel in Ekstase beim Anblick des Blutes, oder weniger poetisch gesagt, des Leidens. Doch die Empfindlichkeiten wurden geschont. Die Schergen verhüllten im Amphitheater zartfühlend die Statuen mit Tüchern, damit wenigstens diese die Hekatombe nicht ansehen mussten.
Das Leben ergötzt sich daran, Leben zu zerstören.
Sonntag, 17. Januar 2010
WIE FRAUEN IN DEN HIMMEL KOMMEN
Man kann wirklich nicht behaupten, dass den frühen Christen das Los der Frauen gleichgültig gewesen wäre. Ganz besonders die Synode von Mâcon (585) hatte sich bemüht, der Frau Beistand zu leisten. Man musste sich mit der Meinung des erleuchteten heiligen Augustinus auseinandersetzen, die Frau wäre ein minderwertiges Wesen und nicht nach dem Ebenbild Gottes geschaffen (mulier non est facta ad imaginem Dei). Vorbehaltlos teilten die Teilnehmer der Synode diese Meinung. Ein Bischof doppelte nach: mulierem hominem vocitari non posse, die Frau könne man nicht einen Menschen nennen. Wie kann aber ein solch unedles Wesen in den Himmel gelangen, fragten sich die Weisen. Schließlich wurde dieses schier aussichtslose Unterfangen von den überlegenen Kirchenmännern elegant gelöst. Bei der Auferstehung des Fleisches könnten die verdienstvollen Frauen - natürlich nur jene - in Männer verwandelt werden. So fänden sie im Himmelreich Aufnahme.
Frage: haben diese Bischöfe ihre Mütter im Himmel "Papi" nennen müssen?
Frage: haben diese Bischöfe ihre Mütter im Himmel "Papi" nennen müssen?
Donnerstag, 14. Januar 2010
WIE SCHÖN, DASS ES NOCH WUNDER GIBT!
Es ist bekannt, dass die Italiener phantasiereiche Schlaumeier sind. Sie erfinden unzählige Varianten von Gaunereien, um sich Vorteile zu verschaffen. Das Sozialamt von Neapel könnte darüber eine Enzyklopädie veröffentlichen. Der Fall des 29-jährigen Parasiten, der sich einen Blindenpass ausstellen ließ, damit eine Invalidenrente bezog aber danach fröhlich mit dem Auto herumfuhr, ist kaum erwähnenswert, weil er praktisch jeden Tag vorkommt. (Vgl. Unità, 18.10.1997) Beachtenswert ist indessen, dass der Mann vor Gericht aussagte, er wäre durch ein Wunder, das er der heiligen Maria von Lourdes verdanke, von seiner Blindheit geheilt worden.
Der Richter glaubte ihm und sprach ihn frei.
Kommentar: der Schutzpatron der Augenärzte ist danach mit einer Protestnote bei der Gottesmutter vorstellig geworden. Seitdem verzichtet sie auf solche Kompetenzüberschreitungen.
Der Richter glaubte ihm und sprach ihn frei.
Kommentar: der Schutzpatron der Augenärzte ist danach mit einer Protestnote bei der Gottesmutter vorstellig geworden. Seitdem verzichtet sie auf solche Kompetenzüberschreitungen.
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